Kreisverband Potsdam der Garten- und Siedlerfreunde e.V.
Tipps für den Garten
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Verfasst am 28.03.2026 um 08:35 Uhr

Umweltfreundliche Unkrautbekämpfung 

Heute ist der Tag des Unkrauts (Weed Appreciation Day in den USA). Der Begriff ist leider negativ besetzt, und dass obwohl mit „Unkraut“ erst einmal nur Pflanzen bezeichnet werden, an Ort wachsen an denen sie nicht wachsen sollen. Das können aber auch Wildkräuter sein, die plötzlich im Erdbeerbeet wachsen, jedoch nicht schädlich sind. Einiges an „Unkraut“ kann sogar nützlich sein, weil es etwa Nahrung oder Lebensraum für Insekten und andere Tiere bietet. Heute wird daher oft auch stattdessen der Begriff Beikraut genutzt.

Bei der Bekämpfung der unerwünschten Pflanzen wird immer mehr auf natürliche Gegenmittel gesetzt. Der Einsatz von chemischen Herbiziden ist zudem vielfach verboten, auch in den Kleingärten. Auch auf Salz oder Essig sollte man verzichten, da sie schädlich für Boden und Grundwasser sind. Es gibt aber andere schonende Methoden.


Regelmäßig manuell entfernen

Die beste und schonendste Methode ist, die Beikräuter regelmäßig manuell zu Entfernen. Hierbei ist allerdings auch der Zeitpunkt entscheidend. Idealerweise entfernt man die ungewünschten Pflanzen rechtzeitig im Frühjahr, wenn sie noch nicht allzu sehr gewachsen sind. So haben sie auch weniger Chance sich auszubreiten und sind aufgrund ihrer Größte leichter zu beseitigen. Entfernen kann man sie mit der Hand oder einer Hacke, am besten, wenn der Boden nach einem Regenguss noch etwas weich und nass ist.

Wurzelkräuter, wie Quecke oder Giersch, müssen mitsamt der Wurzel entfernt werden. Sie können mit der Hand ausgerissen oder ausgegraben werden. Die Wurzel sollten vertrocknet sein, bevor die Pflanzen auf dem Kompost entsorgt werden, sonst können sich dort ausbreiten. Sogenannte Samenunkräuter, wie Vogelmiere oder Löwenzahn, produzieren zahlreiche Samen, um sich reichlich und schnell zu verbreiten. Sie werden mit einer Hacke durchtrennt. Man kann sie auch entwurzeln. Sie können einfach danach ins Beet eingearbeitet werden. Wichtig ist, dass sie noch keine Samen ausgebildet haben.


Beete bedecken

Vorbeugen lässt sich Unkraut durch eine dichte Bepflanzung, etwa mit Bodendeckern wie niedrig wachsenden Stauden. Für Gemüsebeete eignet sich das natürlich nicht. Hier hilft unter Umständen eine Gründüngung mit Pflanzen. Sie werden nicht geerntet, sondern gemulcht oder eingearbeitet und verbessern zudem den Boden, da sie ihn auflockern und mit Nährstoffen versorgen. Mulchen ist ebenfalls eine geeignete Methode gegen Unkraut. Hierfür sollte man auf natürlich Materialien zurückgreifen, wie Rasenschnitt, Laub oder Rindenmaterial. Die Mulchschicht verhindert, dass Unkraut wächst und hält den Boden zudem feucht. Geeignet zum Abdecken ist auch Vlies aus natürlichen Stoffen wie zum Beispiel Hanffasern.


Einfach mal stehen lassen

Das Unkraut kann man auch einfach mal in Ruhe lassen. Es kann den Boden auflockern, überschüssige Nährstoffe im Boden binden und lockt natürlich viele Insekten und kleine Tiere an. Einige Unkräuter, wie Brennnessel, Giersch, Löwenzahn oder Sauerampfer, können zudem auch verzehrt werden. Ordentlich gesäubert und gewaschen peppen sie vielleicht den nächsten Salat, die Suppe oder das Pesto auf. Unbedingt entfernen sollte man jedoch auf alle Fälle die nicht heimischen Arten, damit sich diese nicht ausbreiten.